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0815 geht gar nicht….oder einfache Lösungen für alle sind mir suspekt

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Vorsicht: Komfort!?

In unserer vom Neoliberalismus geprägten Gesellschaft  gibt es viele vermeintlich gute Wege, um  zu einem erfolgreichen und glücklichen Leben zu kommen.
Muss man sich natürlich selbst drum kümmern.

Einer dieser golden Wege lautet: raus aus der Komfortzone.
Beschworen wird dieser Weg ebenso von  Pädagogen, Psychologen, Ärzten als auch von Karriereberatern und Motivationstrainern jeglicher Art.

Lehrer fordern das von angeblich faulen Schülern, Eltern von ihren  orientierungslosen jung-erwachsenen Kindern und sicherlich oft auch der sich als Aktivere verstehende Part einer Beziehung vom Gegenüber.

Das Verständnis unseres sozialen Netzes ist mittlerweile durch und durch von dieser Idee durchdrungen: Erwerbslose müssen sich nur endlich mal bewegen, ihre Komfortzone verlassen, dann klappt das schon mit dem neuen Job.
Schulabgänger ohne Ausbildung sollen aberwitzige Maßnahmen hinnehmen, Hauptsache runter vom Sofa.
Auch von Kranken wird das erwartet. Wenn der sein Leben nur entsprechend umstellt, dann wird das schon.

Einigkeit besteht darin: Entwicklung kann nicht innerhalb der Komfortzone statt finden, man muss sich hinaus begeben. Wer das nicht tut, will auch nichts verändern.

Die Sache mit den Bedürfnissen

Mir ist nicht bekannt, dass die Maslowsche Bedürfnispyramide grundsätzlich in Frage gestellt wird.

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Ich wage mal die These, dass nur, wenn die Bedürfnisse einigermaßen gut befriedigt werden können, sich so etwas wie eine Komfortzone überhaupt  bilden kann.

Wo also ist die Komfortzone von mittellosen Menschen?
Wo die von Menschen ohne berufliche Perspektive?
Wo die von alleinstehenden Kranken und Menschen mit Behinderung?
Wo die von Kindern mit Schullangst, Studenten mit Depression?

Hotel Mama

In einem Gespräch über die augenblicklich stagnierenden Situation hinsichtlich der Abnabelung von Teenie und mir  musste ich mir anhören, dass Teenie endlich mal aus ihrer Komfortzone raus müsste ( sprich, nicht nur davon zu träumen, wie andere junge Erwachse den Schritt  aus dem Elternhaus zu gehen, sondern sich endlich auch mal anständig drum zu kümmern).

Wenngleich in diesem Moment meine innere Alarm-Lampe ansprang, hielt ich doch inne: stimmt es vielleicht, helfe ich zu viel, kriegt sie einfach den Hintern nicht hoch?
Nach dem berühmten sacken-lassen suchte ich erneut das Gespräch und wie vermutet relativierte mein Gegenüber seine Aussage. Auf konkrete Nachfrage, wo ich denn vielleicht Komfortzonen für Teenie einrichten würde…..kamen eigentlich nur Beispiele, die mich erstaunen und dann auch wieder nicht.

So haben wir hier z.B. sehr pragmatische Lösungen, was die Lagerung von Lebensmitteln und die Benutzung von Geschirr betrifft. Teenie ist da etwas eigen. Ein eigener kleiner Küchenschrank und ein eigenes Fach im Kühlschrank bewahren alle Seiten vor unnötigem Stress. Komfortzone?

Wenn Teenie wegen zu viel Lärmverschmutzung im Alltag nicht mehr für sich einkaufen gehen kann, erledige ich das mit. Komfortzone?

Teenie bleibt wegen Overload 2 Tage im Bett. Komfortzone?

Selbstverständlich gibt es eine Vielzahl von Gewohnheiten, Ritualen, Autismus- bedingten Notwendigkeiten, die Teenie das Leben erleichtern. Alles Komfortzonen?

Man stelle sich einen körperbehinderten Menschen vor. Niemand würde auf die Idee kommen, eine Beinprothese oder einen Rollstuhl als  Komfortzone zu bezeichnen.
Noch weniger, von ihm erwarten, dass er darauf verzichtet.

Bullshit

„Das Leben beginnt da, wo die Komfortzone aufhört“…diesen und noch viel mehr bullshit versuchen uns neoliberale Kräfte immer wieder schmackhaft zu machen. Wir treffen sie in allen Institutionen, hartnäckig wird das Mantra vom „Jeder ist seines Glückes Schmied“ in vielfältigen Tonarten gesungen.

Die Realität aber ist: immer mehr Menschen  haben Schwierigkeiten, selbst die elementarsten Bedürfnisse zu befriedigen. Sie sind weit entfernt von persönlichen Komfortzonen. Sie strampeln sich ab, um überhaupt erst mal in eine überlebenssichernde Zone zu kommen: die einen schreiben 100 erfolglose Bewerbungen, andere hangeln sich von einer prekären Beschäftigung zur nächsten, weitere kämpfen um Teilhabe für Behinderte Menschen und etliche schaffen nichts davon und resignieren. Ein paar Zahlen zur Einkommensungleichheit: hier

Komfort ist bekanntlich etwas, ohne das man auch auskommen kann, ohne existentiell gefährdet zu werden.
Bevor man also das Argument mit der Komfortzone bemüht ( ja, es kann ja stimmen, wenn denn Komfort vorhanden ist), ist man gut beraten, erst einmal zu prüfen, ob hier nicht grundlegende Barrieren  vorhanden sind, die ein eigenes Handeln unmöglich und Unterstützung erforderlich machen. Und worauf diese basieren.
Alles andere ist zynisch, egal ob in Unwissenheit oder aus Gemeinheit daher gesagt.

Barrieren, die Handeln erschweren, können sogar unsichtbar sein.
Aber  wenn man genau hin schaut oder sich informiert ( über ADHS/Autismus z.B.), kann man sie finden/erkennen.

Wenn ein Dritter die Last der Unterstützung trägt, sei es als Angehöriger oder als Institution, mindert das nur den Mangel, den man selbst nicht beheben kann,
erwächst daraus keine Komfortzone.
Wird die Last für den anderen zu schwer, und will man daran etwas ändern, ist das ein anderes Thema.

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Maul halten und dankbar sein

Auf den Punkt gebracht, liebe beste Freundin.
Das hätte ich mich gar nicht so zu denken getraut, als Teenie sich im Praktikum den Allerwertesten aufgerissen hat, um alles richtig zu machen:

  • die Arbeit gut und schnell zu erledigen ( obwohl gesagt wurde, lass dir Zeit- und hinterher gedrängelt wurde)
  • nachzufragen wenn etwas unklar ist ( worauf harsch geantwortet wurde)
  • es direkt anzusprechen, wenn es nicht klappt oder behinderungsbedingte Veränderung erforderlich ist  ( worauf man dann doch genervt reagierte)
  • darauf vertraut hat, dass die dann vereinbarte Anpassung auch so erfolgen würde ( und erleben musste, dass alles nur Gelaber war)
  • sich noch einmal aufraffte und das Gespräch suchte  ( und dann  all das an ihr kritisiert wurde, was ihr als Vorgehen im Eingangsgespräch empfohlen wurde).

Und zum Schluss gab es auch noch persönliche Kritik oben drauf bis hin zur Infragestellung von Bewertungen vergangener Praktika.

Wertschätzung Fehlanzeige

In einem Integrationsbetrieb ist klar, dass die Arbeitsplätze dem Leistungsvermögen der Beschäftigten angepasst sein müssen. Steht auch dick und fett auf der Homepage.
Sicher, man kann nicht alles möglich machen.

Ich frage Teenie, wie es den anderen Beschäftigten dort ergangen ist.
Bei sichtbaren Behinderungen sei man wohl irgendwie darauf eingegangen. Der Umgangston sei aber generell rau gewesen. Bei Kritik hätten die anderen geschluckt und weiter gemacht.

Wohl so ähnlich wie Teenie früher in der Schule.

Was ist heute anders?

Ist Teenie heute empfindlicher als früher?
Mir fällt auf, dass  sie wegen sensorischer Überreizung häufiger die Notbremse zieht.

Klare Aussage ihrerseits: als Kind hast du keine Wahl. Du bist ausgeliefert. Es war schon immer genauso wie jetzt. Aber nun bestimme ich, wann es genug für mich ist.

Bei aller Ratlosigkeit hinsichtlich ihrer beruflichen Perspektive:
diese Haltung stimmt mich zuversichtlich.

 

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Luftblase Fachkonzept

Wenn es um die  Eingliederung junger Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt geht, ist die Bundesagentur für Arbeit das erste Nadelör, durch das man sich durchzwängen muss um an eine Berufsausbildung zu kommen.

Die Reha-Berater*innen haben keine Ahnung über die verschiedenen Behinderungen. Dafür sind sie auch nicht da. Das macht der medizinische Dienst. Der zwar seinen Senf dazu geben (oftmals gar nicht so schlecht), aber keine Entscheidungen treffen darf.
Die Reha-Berater*innen passen auf das Geld der BA auf.
Das machen sie gut.
Sie kennen vor allem das Fachkonzept Berufsvorbereitende Maßnahmen.
Damit wird ein Rahmen für die Durchführung einer Maßnahme für die Teilnehmer*innen und die Träger der Maßnahme vorgegeben. Darauf beziehen sich  BA und  Träger gleichermaßen.
Und da es ein Fachkonzept ist, hat man sich ja wohl was dabei gedacht, als man es entwickelt hat.
Waren da Experten*innen am Werk?

Teilhabe auf Probe

Nur selten folgt einem Schulabschluss direkt eine Ausbildung in einem Berufsbildungswerk, nur um mal einen der größten Anbieter zu nennen.
Damit keine Gelder verschleudert werden, muss der junge Mensch erst einmal beweisen, dass er eine von der BA gesponserte Maßnahme durchhalten kann.
Aber das kann die BA nicht so deutlich sagen und so werden Antragsteller*innen schnell zu jemandem gemacht, der/die  sich erst einmal beruflich orientieren muss.
Das ist nicht besonders schwer.
Dazu könnte  man nahezu alle Schulabgänger*innen machen … wer ist sich in diesem Alter schon wirklich sicher, was er/sie über viele Jahre arbeiten möchte. So sagte  mir neulich eine junge Frau, sie schwanke zwischen einem Psychologie Studium und Flugzeugbau. Bei mir war das auch nicht so anders…nur dass ich mir noch mehr Berufe für mich vorstellen konnte.

Wer nicht auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben angewiesen ist, probiert sich einfach aus. Und wechselt, wenn er/sie völlig daneben liegt.
Menschen mit Behinderung mutet man eine 11monatige Berufsorientierung zu, selbst wenn eine berufliche Orientierung vorhanden ist.
Wie anders als Probezeit soll man das nennen?
Im allgemeinen Arbeitsrecht wäre eine so lange Probezeit übrigens unzulässig.

Die BA nennt es deshalb lieber Berufsvorbereitende Maßnahme.

Für alle gleich

Selbstverständlich ist das alles gut durchdacht.
Das Fachkonzept Berufsvorbereitende Maßnahmen bestimmt genau, wie diese 11 Monate zu gestalten sind. Es beginnt mit der Eignungsanalyse, es gibt eine Grund-und Förderstufe,  eine Übergangsqualifizierung und noch einiges mehr.
Vorausgesetzt, dieses Konzept passt auf den jungen Menschen, weil er noch nicht reif genug für eine Ausbildung ist, weil er wirklich noch keinen Plan hat, was er werden will oder weil er nicht einschätzen kann, welchen Beruf er mit seiner Einschränkung machen kann – kurz: wenn er sich noch in vielen Berufsfeldern ausprobieren muss, dann mag das Konzept nicht schlecht sein. Wenn es denn mehr als beschriebenen Papier ist.

Und: wenn die Art der Behinderung dem Konzept nicht zuwider läuft.
Was aber, wenn nicht?

Heute hier, morgen da….

Das Konzept sieht in erster Linie praktische Erprobung in verschieden Berufsfeldern vor.
Ein Praktikum nach dem anderen.
Häufig ist das aber gar nicht gewünscht oder möglich. Wer im Autismus Spektrum ist, hat genau damit Probleme: ständiger Wechsel des Arbeitsortes, ständig neue Kolleg*innen, immer wieder die für Dritte meist unsichtbaren Barrieren neu erklären.

Wir  erleben leider zur Zeit, dass die Berufsvorbereitung eine ziemlich unstrukturierte Sache ist. Das bbw hat keine betrieblichen Partner, in die zuverlässig ins Praktikum vermittelt werden kann. Die Teilnehmer*innen verbringen  einen erheblichen Teil ihrer  dortigen Anwesenheitszeit auf berufenet.de der Arbeitsagentur, suchen dann Betriebe für Praktika, schreiben Bewerbungen. Das war´s.

Praktikumsstellen werden häufig nur mit Hilfe der Eltern gefunden.
Die Teilnehmer*innen sind eine extrem heterogene Gruppe was das Alter, Vorbildung, Behinderung angeht. Das macht es schwer, eine stabile Gruppe zu werden.

Da kommt dann schon die Frage auf, wozu das Ganze gut sein soll.

Probleme mit dem Fachkonzept Berufsvorbereitung der BA für Menschen aus dem autistischen Spektrum

Für Autisten*innen ist z.B. besonders wichtig:

  1. stabile Rahmenbedingungen:
    kontinuierliche Ansprechpartner*innen
    feste Gruppen
    vorhersehbare Ausbildungsabschnitte
    verlässliche Stundenpläne
    planbare Arbeitsabläufe
    konkrete Aufgabenstellung
    konkrete Rückmeldung.Häufig wechselnde Gruppenzusammensetzungen irritieren und binden Energie, die für die Arbeit fehlt.
    Konstante Arbeitsumgebung. Autist*innen brauchen mehr Zeit, um sich an fremde Orte und Personen zu gewöhnen.
  2. Die Behinderung ist zum Teil unsichtbar:
    oft erscheint es, als könnten Autisten*innen sich relativ sicher in sozialen Zusammenhängen bewegen. Niemand sieht, welche Anstrengung es jedoch bedeuten kann, sich in einer Gruppe zu bewegen, wenn man die nonverbale Kommunikation und unausgesprochene soziale Regeln nicht klar erkennen kann. Dies trifft besonders auf autistische Mädchen und Frauen zu, die oft sozial unauffälliger als männliche Autisten sind.
  3. Orientierung an autistischen Stärken:
    Viele Autisten*innen haben Kenntnisse und Fähigkeiten, die sich nicht im regulären Lehrplan des Schulunterrichts wieder spiegeln. Ihre Schulnoten erfassen diese dementsprechend nicht. Es ist sinnvoll, an den Spezialinteressen und Fähigkeiten anzuknüpfen, viele Autist*innen können selbst gut ihre Interessen beschreiben und auch Eltern können meist gute Hinweise geben.
  4. Berücksichtigung der erhöhten Stressanfälligkeit auf sensorische Reize durch:
    räumlich abgetrennten Arbeitsplatz
    Rückzugmöglichkeit Tragen von Geräuschschutz
    Arbeit in kleinen Gruppen
    Kein Zwang zu Gruppenaktivitäten wie Feiern etc.
    Klare Gruppenregeln bei Diskussionen

Was tun?

Natürlich gibt es keine Zahlen in unserer Stadt darüber, ob und wie viele  Teilnehmer*innen aus dem autistischen Spektrum erfolgreich und mit Perspektive einer Ausbildung und Job (auch) auf dem ersten Arbeitsmarkt diese Maßnahmen durchlaufen.
Unser Eindruck: eher weniger.
Die Arbeitsmarktsituation von Autist*innen ist sehr schlecht.
Noch immer arbeitet die Mehrheit  in einer WfBM oder ist ohne jede Erwerbsarbeit. hier

Der finanzielle Kuchen ist schon längst zwischen den Trägern der Teilhabe -Maßnahmen verteilt. Die Träger orientieren sich an der klassischen Aufteilung von körperlich, geistig oder psychisch behindert .
Eigentlich leben alle gut damit: die Träger, die BA – nur die Betroffenen und ihre Familien nicht.
Denn wo bitte passen da die Autist*innen rein?

Eure Unterstützung

Autismus-Initiativen vor Ort haben sich zusammen getan, um zunächst eine Datenlage herzustellen und dann mit entsprechenden Forderungen an die Politik und BA heran zu treten.

Wenn ihr selbst oder eure autistischen Kinder Erfahrungen mit einer bvb gemacht habt, interessiert uns, wie es euch damit ergangen ist. Was war für euch wichtig? Was hättet ihr gebraucht? Wie seid ihr mit Problemen umgegangen und vor allem: hat es beruflich etwas gebracht?

Unser Fragebogen ist lokal begrenzt. Aber jede Anregung ist hilfreich, wir werden auch viele Gespräche führen müssen.

Wir wissen, dass wir ein dickes Brett bohren wollen. Ihr könnt uns dabei helfen.
Danke.

Euer Feedback und Kommentare sind wie immer ohne Registrierung möglich.

 

 

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Where is my mind?

Individuelle Entschleunigung in Zeiten vielfältiger, rasanter Veränderungen der privaten und beruflichen Lebensumstände  ist für mich die Quadratur des Kreises. Viel zu verlockend, all die neuen Dinge auszuprobieren, mehrgleisig zu  fahren, alles gut hinzubekommen.
Dieses sich innerlich nicht bremsen können, kann das nicht mal aufhören…in meinem Alter? Ich gebe das ja nicht gerne zu, aber mittlerweile finde ich das nicht mehr nur cool, auf 100 Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen.

Und dann gibt es da diese kleine Alarmlampe…die schon zaghaft blinkt.

Das war vor Monaten, als ich das schrieb.
Mittlerweile bin ich ausgebremst. Jawohl. Vorübergehend unbeweglich. Eine Couch-Deko.
Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was erst in 20 Jahren auf die Agenda gehört (dachte ich mir so).

Mach mal halblang

Das ist nicht gerade einfach für eine ausgewiesene Zappeline. Viele  neurologisch wie ich gestrickten Menschen sind es gewohnt, mit möglichst wenig (Zeit)Aufwand ein gutes Ergebnis zu bekommen. Meist in mehreren  Bereichen gleichzeitig. Was durch flüchtige Betrachtung übersehen wurde, wird halt, weil das Ergebnis noch nicht optimal ist, nachgebessert. Wozu auch meist genug Zeit ist. Darin liegt eine unserer Stärken. Dank Hyperfokus trotz Zerstreutheit immer fix.

Fix und fertig?

Das kann man so zwar nicht sagen, aber ich merke, dass es in diesem Tempo nicht weiter gehen kann. Ist ja auch unvernünftig. Hab ich brav bei Achtsamkeitsübungen und ähnlichem gelernt. An Einsicht mangelt es ebenfalls nicht.

So  könnte ich diese Einheit von körperlicher Unbeweglichkeit und langsamen Vorankommen z.B. in der Inklusionsfrage meinen Teenie betreffend doch mal genießen. Warum schnell heute noch an die Bundesagentur einen Antrag senden, wenn er doch sowieso erst Wochen/Monate später beschieden wird.
Oder sofort vom Hausarzt meine Überweisung für den Internisten holen, wenn ich dort dann in 2-3 Monaten vorstellig werden kann?

Wichtig und Unwichtig

Weil mir diese Dinge wichtig sind. Wichtige Dinge bearbeitet  mein Gehirn sofort und schnell und wird richtig sauer auf alles, was nicht mitzieht, auch auf meinen Körper, wenn der streikt.
Für mich weniger Wichtiges, wie z.B. Haushalt, Steuererklärung oder 0815-Weihnachtskarten schreiben treibt mein Gehirn hingegen in komatöse Zustände. Einsicht hin oder her. Natürlich habe ich längst versucht, meine Mobilitätseinschränkung sinnvoll für liegengebliebene langweilige haushaltsnahe Pflichtübungen zu nutzen. Frei nach dem Motto: ein wenig aufräumen ist auch Bewegung. Nur: es stellt sich noch nicht einmal ansatzweise ein befriedigendes Gefühl ein. Wenn schon putzen, dann schwungvoll.

 

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..das mit der Kraftdosierung klappt leider nicht immer

 

Meditativ ist nicht mein Ding.
Außerdem habe ich den Verdacht, dass mir dieses Gen, das macht, dass nach getaner Arbeit beim Anblick einer aufgeräumten Bude Endorphine ausgeschüttet werden, fehlt…ich habe eher so ein Gen, das die Vorstellung des „übermorgen sieht es wieder so aus wie gestern“ aktiviert. Haushalt ist etwas, das nie erledigt ist. Keine Chance, einen Haken dran zu machen.

Neues Konzept

Für den Wirbelwind in mir muss ein neues Konzept her. Wie machen das andere ADHSler, das älter werden? Literatur dazu gibt es wenig. War man doch bis vor kurzem davon ausgegangen, dass es keine erwachsenen ADHSler gibt. Alte schon gar nicht.
Was tun, wenn Kompensation über Bewegung weg fällt? Wenn Bewegung und Tempo nur noch innerlich wie gewohnt vorhanden sind? Was gegen den Bewegungsstau tun?
Mir schwirrt schon der Kopf.
Ein Plan muss her!

Ganz profan ?

Oder alles ist ganz simpel. Nach einem – nicht nur freiwilligem-turbulenten Leben ist das nur die Quittung für die Action. Dafür muss man keine neurologische Sonderformatierung haben. Die verschärft das nur noch.
Wer gesteht sich gern ein: Stopp, ich kann so nicht mehr?

Für niemanden ist es schön zu denken oder zu sagen: geliebter Mensch, ich kann dir nicht mehr ( so viel ) helfen. Ich brauche nun selbst Unterstützung. Ich brauche Zeit, Raum  und Menschen, die jetzt für mich da sind. Weil es alleine nicht mehr geht.
Superwoman  war gestern.

Outsourcing

 Kann ein Weg sein. Ansonsten bin ich davon ja keine Freundin.
Wenn aber die Energie und Beweglichkeit weniger wird, ich also nicht mehr von A nach B nach C eilen kann, sondern dafür mehr Zeit brauche, dann muss ich mich entlasten. Worauf verzichten? Auf Arbeit, anregende Veranstaltungen und Treffen, auf politisches/soziales Engagement, Musik, Kultur? Das würde nicht gut gehen.
Vielleicht aber reduzieren, besser auswählen, der Mobilität anpassen.
Auf die Suche werde ich mich begeben.
Nach verlässlicher Entlastung bei alltäglichen Dingen.

Do-it-yourself

DIY ist ja ganz groß in Mode.
Ich hör jetzt auf damit.

Falls mir einfällt, wo der off-button ist.
Und ich mir traue, ihn zu drücken.

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Expedition der Unverbesserlichen

Idee

In einem Anflug  von : was andere Familien können, können wir schon lange, haben wir  Mitte des letzten Jahres beschlossen, zu dritt die Weihnachtstage auswärts und den Jahreswechsel hier vor Ort gemeinsam zu verbringen.

Schon die Auswahl des Feriendomizils war nicht so ganz einfach. Auch bei begrenzten materiellen Mitteln kann man etwas finden, wenn man den Focus nicht  auf Luxus legt.
Kommen dann aber noch individuelle Barrieren hinzu, wird es schwierig.

Aber egal. Wir einigten uns auf die schöne Halbinsel Usedom. Natur und Meer satt und dennoch nicht ganz in der Wildnis.

Rahmen

Je näher unsere kleine Reise kam, desto deutlicher wurde: Unterschiedlicher hätten unsere Wünsche und Bedürfnisse nicht sein können.

Teenie wollte wie immer (zunächst)  gar nicht weg sondern in gewohnter Umgebung bleiben. Der ungeliebte  Weihnachtstrubel bestärkte sie darin. Ihr hätte es gereicht, die immer selben Weihnachtsfilme im heimischen Wohnzimmer zu schauen, sich mit Süßigkeiten und einem Lieblingsessen in Lieblings-Wohlfühlklamotten auf der Coach zu nieder zu lassen und gelegentlich für ein Gespräch unsere Wege zu kreuzen. Am Abend vor der Abreise also klare Ansage: eigentlich will ich hier bleiben.

Mein vorab zugereister Gefährte lebt allein und freute sich vor allem auf gesellige Stunden und Insel-Ausflüge.
Mir hingegen war weder nach Weihnachtsfilmen, Geselligkeit noch Unternehmungen… ich hätte in diesem  Jahr der einsamen Insel nur mit Buch, Laptop und Strand vor dem Haus den Vorzug gegeben.

Da wir allesamt mit einem feinen Gespür für die Stimmungen der Anderen ausgestattet sind, war schnell im Vorfeld klar: das wird ein heikles Unterfangen. Und da wir auch reich mit Impulsivität und Emotionalität gesegnet sind – die Sache mit der Einsicht und dem Verständnis für den Anderen kommt, aber irgendwie in solchen Situationen meist verzögert – gab es am Vorabend der Abreise noch eine Grundsatzdiskussion in der wir es schafften, das uns Trennende in den Vordergrund zu stellen.

Na Prima.

Wagnis

Pünktlich am nächsten Tag ging es dann los.
Jeder dachte sich seinen Teil, jeder hatte ein „das kann ja heiter werden“, ein „mir egal “ und ein „wird schon gut gehen“ im emotionalen Reisegepäck.
Jeder die Hoffnung, dass seine Bedürfnisse doch irgendwie zur Geltung kommen würden.

Unsere Bleibe war ok. Zweckmäßig, aber nicht wirklich geeignet für geräuschempfindliche Menschen. Allergiker allerdings  hätten sich sicherlich über die kühle, staubfreie Einrichtung gefreut.

Der Weihnachtsabend nahte.
Man kann so viel abschwören wie man will…irgendwie ist und bleibt es doch ein besonderer Tag. Und sei es nur deshalb, weil der Rest der Welt nicht abschwört und noch nicht mal ein Restaurant geöffnet hat.

Unser Programm wechselte dem entsprechend zwischen Strandspaziergang, sich aneinander gewöhnen, zu zweit, zu dritt und allein sein, Bratwurst im Brötchen vom einzigen offenen Grillstand am Ort essen, einer wir-schenken-uns-nix-Bescherung, Musik (mit Kopfhörer) hören, Buch- Leseversuchen, durch die Kanäle zappen und bei „Neues aus Büttenwarder“ kleben bleiben ( na und? ).

Den verregneten ersten Weihnachtstag verbrachten wir nicht viel anders. Mal wurde gemault, mal sich verstanden.

In besonderer Erinnerung wird uns unser Ausflug auf das Festland bleiben. Unser Plan war es, an einem der Seen dort ein wenig im Sonnenschein zu spazieren und dann in einem netten Cafè zu stranden…..nun gut, wir hatten uns vorher nicht schlau gemacht und so mussten wir uns mit einer kleinen, lehrreichen – und ausschließlichen Autotour hier hin begnügen:

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Willkommen in Mordor?

Das Südufer des Haffes gehört zum Naturpark Am Stettiner Haff, das Nordufer mit der Insel Usedom zum Naturpark Insel Usedom. Westlich befindet sich mit dem Naturschutzgebiet Anklamer Stadtbruch und darin dem Anklamer Torfmoor eine geschützte Fläche, die sich nach langjähriger Nutzung zur Torfgewinnung in der Renaturierung befindet. Wegen des Torfabbaus und wirtschaftlicher Nutzung seit dem 16. Jahrhundert befindet sich heute der Boden unterhalb des Meeresspiegels und wurde 1995 nach einem Deichbruch bei Sturmhochwasser überflutet. Die Wiedervernässung als Moor bzw. der Verzicht auf Wiedereindeichung des ehemaligen Küstenüberflutungsmoores führt zum deutlich sichtbaren Absterben der Bäume des ehemaligen Forstes….

An dieses Moor schließt sich im Bereich der Peene das Naturschutzgroßprojekt Peenetal-Landschaft und das Naturschutzgebiet Unteres Peenetal (Peenetalmoor) direkt an. Zusammen bilden sie das größte zusammenhängende Niedermoorgebiet Mitteleuropas.  Quelle

Unterlassen

Unsere beste Idee war sicherlich, einen geplanten größeren Ausflug in das nahe Polen nicht zu machen. Zu labil empfanden wir unser gemeinschaftliches Gefüge. Ein wenig Sicherheit  ist ja doch nicht so schlecht, und sei es nur in Form von: wenn ich möchte, kann ich mich ausklinken.
Alternativ gab es etwas shopping für Teenie, den Besuch des naheliegenden Heringsdorf für den Gefährten, den Strand für mich und leckeres Essen in der nun wieder unterstützenden Gastronomie für alle.

Aushalten

Die heimatliche Stadt begrüßte uns mit schlechter Luft, vollen Lebensmittelgeschäften und gelegentlichem Feuerwerks-Geknalle, welches Teenies  Alarmsystem von 0 auf 100 brachte. Entspannung oder Partylaune konnte da nur schwer entstehen. Mittlerweile aber wies unser kleines Forschungsteam eine gewisse Stabilität auf, die auch an diesem Tag kleine Zufluchten jenseits des Stresses entstehen ließ.

Uns so kamen wir mit einem Memory-Spiel, in dem man nicht 2 gleiche Bilder, sondern ein illustriertes Sprichwort und das Sprichwort selbst aufdecken muss, ganz ruhig in das neue Jahr. Die Illustrationen sind genau so, wie wenn man die Sprichwörter wörtlich nehmen würde….

sprichwort

Teenie  gelang es  nicht immer, deren  Bedeutung zu erfassen, auch wir waren manchmal unsicher und wir alle  kannten häufig nicht deren Entstehung.
Aber dafür gibt es ein beiliegendes Heftchen mit Erklärungen und niemand wurde beschämt.

Gewinnen

Nun ist das neue Jahr da. Das Alte hat uns hart gefordert. Das Neue wird es tun.
Unser Jahresend-Desaster mit gutem Ausgang hat uns gestärkt: wieder einmal ist es uns trotz diverser Widrigkeiten gelungen, Toleranz für die Besonderheiten des Anderen zu  entwickeln.
In der Nachbetrachtung sind wir alle froh, uns darauf eingelassen zu haben.
Wer weiß, vielleicht hatten wir sogar mehr „Weihnachten“ als so manche Familie, die einträchtig unterm Tannenbaum saß.

Bedanken und wünschen

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs bedanken.
Viele von euch schreiben selbst und geben mir gute Anregungen.
Andere kommentieren und knüpfen an meine Überlegungen an.
Ihr alle gebt mir die Möglichkeit, mit meinen Gedanken in den Austausch zu gehen.
Und über die Jahre gibt es mit manchen von euch fast schon etwas wie ein „sich kennen“.

Ich wünsche euch ein gutes Jahr 2017 mit Entwicklung und Stabilität dort, wo und wie  ihr es braucht.

Herzlich, eure LW

 

 

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Darf´s auch ein bisschen mehr Leben sein?

Lange habe ich  überlegt, ob ich dies hier mal thematisiere.
Weil es so viel Irritationen bei dem Thema gibt.
Wir idealisiert oder hart kritisiert werden, alles möglich ist zwischen diesen Polen.
Es so sehr darauf ankommt  von wem und mit welchem Interesse wir betrachtet werden.

Es geht um uns , die mit ihrem jungen erwachsenen Kind  aus dem Autismus-Spektrum zusammen leben und versuchen, es bei dem  Schritt in die Arbeitswelt  zu unterstützen.

Unsere erwachsenen Kinder sind es leid, unsere Unterstützung zu brauchen. Verständlich.
Wir Eltern sind nach mehr als 18 Jahren Kampf um Akzeptanz für unsere Kinder erschöpft. Nicht verwunderlich.
Die schwierige Suche nach guten Wegen für beide Seiten.
Frust auf beiden Seiten.
Streit.
Immer wieder Hoffnung, Enttäuschung, Hoffnung.

Was ist passiert?

Solange die Kinder klein sind, ist es relativ leicht zu akzeptieren, dass der Elternjob auch mit sich bringt, sein eigenes Leben zu einem großen Teil darauf auszurichten. Wie alle Eltern verzichten wir einerseits und gewinnen andererseits.
Den Stress mit Behörden, Ärzten, Therapeuten, Lehrern,  bekommen wir gratis dazu.

Wir erleben unsere Kinder nicht nur defizitär, sondern bekommen auch die genialen, charmanten,  talentierten  – also positiven Seiten und Stärken unserer Kinder mit. In dem Maße, wie wir unseren Kindern eine relativ barrierefreie Umgebung schaffen können, sehen wir, wie sie sich darin entfalten. Es gelingt oft, auf diese Weise Hobbies für unsere Kinder zu ermöglichen, solange wir irgendwie als Sicherheitsnetz im Hintergrund  dabei sind. Wir haben eine Idee davon, was gehen kann weil wir unsere Kinder gut kennen und schaffen für sie Möglichkeiten, die von unseren Kindern angenommen werden.

Schule gehört nicht zur barrierefreien Zone. Die Störungsanfälligkeit unserer Kinder dort ist  entsprechend. Der Blickwinkel  auf unsere (und auch die anderen) Kinder sowieso defizitär.
Da hilft  nur Schadensbegrenzung und Wundversorgung.

Oft reicht das nicht und unseren Kindern wird das Recht auf Bildung verwehrt- bis dahin, dass keine (Regel)Schule bereit ist, sich auf viele unsere Kinder einzustellen. Bitter.

Und dann ist die Schule  beendet, die Kinder werden erwachsen. Entwickeln eigene Vorstellungen  vom Leben, formulieren selbst Ansprüche. Das alles ist grundsätzlich toll und fällt in das Kapitel Ablösung von den Eltern ( und umgekehrt). Das ist bekanntlich allgemein kein leichter Prozess aber wenn er geglückt ist, können alle aufatmen.

Perspektiven ?

Jugendliche und junge erwachsene Autist*innen haben jedoch nur eingeschränkte Möglichkeiten, ins selbst bestimmte Erwachsenen-Leben hinein zu  wachsen. Für das Leben in einer Wohngemeinschaft fehlen ihnen vielleicht die Freunde und Bekannte. Möglicherweise ist das auch gar nicht die bevorzugte/passende Wohnform. Alleine wohnen ist oft nicht nur finanziell keine Option, weil es ganz ohne Unterstützung doch nicht geht.
Der Wunsch, endlich aus den Kinderschuhen raus zu wachsen, ist da und kann doch nicht umgesetzt werden.

Der Arbeitsmarkt schreit nicht: hallo willkommen du junger Mensch mit Potenzial!

Vielmehr winken Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit mit eingeschränkten Ausbildungsmöglichkeiten. Und was noch viel schlimmer ist:  es geben sich immer mehr Träger dieser Maßnahmen als Autismus-Experten aus ohne es zu sein.
Scheitern ist vorprogrammiert.
Alternative: Werkstatt für behinderte Menschen?
In Deutschland leider ja.
Niemand ist wirklich daran interessiert, unseren Kindern die erforderliche Unterstützung auch zu geben.
Hauptsache, sie tauchen nicht in der Arbeitslosenstatistik auf.

Und wir Eltern?

Wir sehen uns damit konfrontiert, dass all unsere Bemühungen, unseren Kindern so viel Alltagskompetenz wie möglich zu vermitteln, nicht ausgereicht hat für  einen Job im ersten Arbeitsmarkt.
Es stimmt, wir sind über uns selbst gefrustet, weil wir versagt haben.
Wir sind noch  mehr gefrustet, weil unsere Liebsten es so schwer haben.
Wir noch immer nicht verstehen, wie man denn all die positiven Wesenszüge und Fähigkeiten unserer Kindern nicht entsprechend honoriert.
Weil wir irgendwann nicht mehr da sind und sie dann klar kommen müssen.
Das macht uns Angst und traurig.
Für uns selbst, weil sich unser Leben weiterhin zu sehr an unseren Kindern ausrichtet. Weil es für uns auch als Alte nicht leichter wird, selbst  wenn unsere Energie weniger wird.
Wir selbst keine Belastung werden wollen/dürfen.

Und für unsere Kinder, die nun ins Gröbste rein geschmissen werden, anstatt hinaus zu wachsen. 

Die Situation ist bekannt

Das alles sind keine unbekannten Größen. Auf Autismus-Fachtagen wird  seit Jahren darüber referiert. z.B. dies
Es gibt genügend Literatur dazu.

Was fehlt, ist der gesellschaftliche Wille, das wirklich zu ändern. Beispiel: die Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes  letzten Donnerstag.

Noch weniger spricht man über die  Menschen in Pflegeverantwortung.
Dazu gehören ja nicht nur die Eltern, auch Geschwister können damit konfrontiert sein.
Alles nur  Privatsache?

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Alte neue Klänge in unserem Hause.
Überdrüssig  der gecasteten Sänger-innen und Bands hat Teenie die Stars der 70ger und 80ger entdeckt. Michael Jackson, Abba, Lionel Richie….hat sie schon immer gern – und intensiv – gehört. Jetzt sind die Rockgruppen dran, Soul, R&B…. und immer wieder kann ich  zum Plattenregal gehen und eine meiner mit Kratzspuren versehenen Scheibe auflegen.

Dabei stehe ich gar nicht so auf Oldies. Aber irgendwie hat sie schon recht….alles nicht so perfekt ausgesteuert, viel mehr Individualität der Stimmen.

Dieses musikalische Revival hat dazu geführt, dass ich auch über neue Alben alter Barden gestolpert bin.

Allen voran: „You Want It Darker“, Leonhard Cohen.
Was für ein Album !
Endlosschleife….
Udo Lindenberg: ganz andere Richtung. Von vielen belächelt. Und doch unverkennbar in Text und Ton.
Bob Dylan, wie meist nicht so gefällig. Auch was sein Verhalten nach der Nobelpreis-Ehrung angeht.

Keine musikalischen Eintagsfliegen eben.
Wie schön, dass auch Teenie das raus hört. Wobei sie natürlich die jugendliche Version der Altmeister bevorzugt. Verabschiedungstexte sind ihre Sache naturgemäß noch nicht.

Wer selbst mal in der alten Musik schwelgen will, dem sei der Sender Delux Music empfohlen, im TV auch mit coolen  (mir meist unbekannten) Video -Clips von damals präsent. Passt prima in lange Novembertage.

 

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