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0815 geht gar nicht….oder einfache Lösungen für alle sind mir suspekt

Hochbegabung versus ADHS ? Sorry, sister !

4 Kommentare

Ein Kind.
Von einer “ Modeerscheinung“ betroffen.
Die Mutter verunsichert. Hält da auch nicht viel von.
Macht sich aber trotzdem schlau. Geht entsprechend auf das Kind ein. Fördert, fordert oder lässt einfach locker, wo es Not tut.
Ratschläge von Verwandten, Bekannten…..kann man vergessen.

Unterstützung gibt es nicht.
Drüber reden geht auch nicht.
Das Verständnis ist gering, irgendwie ist es peinlich.
Verhaltensstörungen liegen nicht vor. Schule läuft gut.
Da haben viele ganz andere Probleme.

Keiner sieht wie schwer es ist.
Wie viel Unterstützung nötig ist.
Wie viel Sorge da ist.

Sich damit abfinden, dass es kein Verständnis gibt.
Über Jahre.
Verstummen.

Noch ein Kind.
Ebenfalls von einer “ Modeerscheinung“ betroffen, aber in einem Punkt sieht die Situation ganz anders aus: das Kind erfüllt die gesellschaftlichen Anforderungen offensichtlich nicht.
Vielleicht ist deshalb die Hoffnung auf Verständnis nicht so schnell begraben, es besteht immer wieder Handlungsdruck.

Freundinnen, die sich immer gut verstanden.
Aber hier liegen Welten dazwischen.
Die eine kann der anderen nicht klar machen, in welcher Situation sie lebt.
Lange Zeit können sie nicht einmal benennen, was mit ihrem Kind los ist…..Wie sollen sie es dann erklären?

Würde über Hochbegabung und ADHS nicht so viel ideologischer Mist von den Medien ( und vermeintlichen Fachleuten ) verbreitet werden, wäre die Aufklärung besser, wäre gegenseitiges Verständnis und Unterstützung eher möglich gewesen.

So bleibt nur, die Wunden zu lecken und auf Vernarbung zu hoffen.

Und ein tiefes Bedauern meinerseits, dass der Kampf fürs eigene Kind den Blick für die Problematik der anderen verstellt hat.

Immerhin, die Kinder, heute eine junge Erwachsene, die auf beindruckende Weise ihren Weg geht und ein Teenie, die ihren noch nicht einmal ahnt, mögen sich sehr und verstehen sich gut.

Nachklapp: dieser Text entstand nach mehreren langen Gesprächen, in denen es immer wieder darum ging, wer nun eigentlich wen jahrelang nicht oder falsch verstanden hat. Mir ist deutlich geworden, wie wenig Hilfe eigentlich die Eltern beider Kinder erhalten haben.
Für eine Frau, die unserer Leistungsgesellschaft sehr kritisch gegenüber steht, ist es ein ungeheurer Vorwurf, sie würde ihr hochbegabtes Kind auf Leistung trimmen. Oder sie würde ihr von ADHS betroffenes Kind zu Leistungen zwingen, die es (noch) gar nicht erfüllen könne.

Unser Bildungswesen wird Kindern, die wie auch immer aus der Reihe tanzen, nicht gerecht.
Dabei ist es ganz egal, aus welchem Grund das geschieht.
Eltern versuchen, das irgendwie aus zu gleichen.
Mangels Wissen um die Problematik, bzw. aufgrund fehlerhafter Information, oft bestenfalls intuitiv richtig.
Vor allem aber sehr alleine.

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4 Kommentare zu “Hochbegabung versus ADHS ? Sorry, sister !

  1. Eine sehr schöne Zusammenfassung und leider leider so wahr. Magst du nicht in unserer Facebook-Gruppe „Hochbegabt, was nun“? beitreten. Wir würden uns sehr freuen!
    Herzliche Grüße. Daniela Bessou

  2. Vielleicht auch an die Mama weiterleiten den Link? Herzliche Grüße.

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