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0815 geht gar nicht….oder einfache Lösungen für alle sind mir suspekt

Horizonterweiterung

Ein Kommentar

Das schöne am Großstadtleben ist, dass man sich so vielseitig bilden kann. Kultur ist allgegenwärtig.
Zur Zeit haben wir den Architektur Sommer .
Ich reiße mich ja nicht so um Kunst, außer Musik.
Aber gestern war so ein Tag wie viele im diesem Sommer: morgens aufstehen, Sonne scheint,
erster Gedanke “ heute könnten wir mal im Park grillen “ um dann beim Frühstück dem Platzregen zu zu schauen und seinen zweiten Gedanken : „zurück ins Bett “ zu formulieren.
Der Tag dödelte also so vor sich hin und da kam die Anfrage einer Freundin ganz Recht: “ wollen wir nicht mal auf eine Vernissage gehen, ich kenne die Leute, die sind nicht so abgedreht…und das Thema hört sich ganz gut an, irgendwas Interaktives, mikropolis oder so…..“

Ich bitte um Bedenkzeit und schaue mir den Veranstaltungstext an:

Reise in den Mikrokosmos

Der Mikrokosmos war dem menschlichen Auge jahrtausendelang verborgen. Erst durch die Erfindung des Mikroskops gewannen die Menschen einen Einblick in eine bis dahin unbekannte Welt und in damit in völlig neue Zusammenhänge. Die Entwicklung digitaler Technologien hat die Möglichkeiten der Sichtbarmachung noch erweitert, die Grenzen zwischen den Medien sind durchlässig geworden und erlauben ungeahnte Einblicke und Manipulationen.

Was passiert also, wenn man mit den technischen Möglichkeiten zu spielen beginnt, wenn man natürliche Mikrostrukturen manipuliert und künstliche Mikrostrukturen schafft? Kann man eine Stadt erzeugen, die so groß ist wie eine Briefmarke und in einer Briefmarke räumliche Strukturen entdecken?

Die Installation versteht sich als Labor, und über den Veranstaltungszeitraum in Zusammenarbeit mit den Besuchern weiter entwickeln. Wir sind gespannt!

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Warum eigentlich nicht? Ich sage zu, garantiere aber für nix…

Wir sind die ersten.
Das schwarz gekleidete Architekten-Paar begrüßt uns freundlich und bietet Prosecco und auf Wunsch einer einzelnen Dame auch Kaffee an.
Es ist noch schön leer, ein paar Kinder laufen rum und wir bekommen die Installation erklärt.
Auf einer Leinwand ist die 3D -Graphik der Häuser New Yorks zu sehen. Langsame Bilder, untermalt von sphärischen Klängen. Mit dem USB -Mikroskop kann man verschiedene Materialien auf das Bild projizieren. Sieht ganz nett aus und ich beginne, damit rum zu spielen.
Meine Freundin (die natürlich nichts mit ADHS zu tun hat) hat schon mal vor dem Rechner Platz genommen. Vor der Tastatur steht ein Ding : „was ist denn das? “ nimmt es hoch -und man sieht nichts mehr auf der Leinwand.
Äh…das war die webcam, die mangels Beamer das Bild auf die Leinwand geworfen hat.
Der freundliche Gastgeber ist sofort zur Stelle.
Ich spiele weiter, bis auf einmal das Bild immer schneller wird….irgendwie haben die Tasten des Rechners und die neugierigen Finger meiner Freundin damit zu tun. „Hallo, man wird ganz ramdösig “ ertönt es von weiter hinten. Finde ich auch.
Der geduldige Gastgeber ist schon da, richtet es wieder und sagt ein paar nette Worte.

Kurz darauf verschwindet die Skyline , es erscheint der Explorer … “ ich hab‘ s schon wieder kaputt gemacht“- Ausruf meiner Freundin, tastenklickern, Explorer wieder weg, Skyline wieder da, aber das Bild steht.

Auch das kann wieder gerichtet werden.
Nun übernimmt meine Freundin das Mikroskop, aber so abwechslungsreich ist das dann doch wieder nicht.
Sie übergibt die interaktive Apparatur den Kindern.

So langsam füllt sich der Raum. Es scheint so, als wenn es eher Freunde und Nachbarn sind, die sich in die mikroskopischen Welten begeben wollen, als die allgemeinen kunstliebhabenden metropolitans.

Was uns betrifft : ungeheuer bereichert begeben wir uns eine Ecke weiter in gastronomische Welten.

Selbstverständlich haben wir uns dort gefragt, was wohl all die anderen wohlklingenden Veranstaltungen so zu bieten haben…..

20120805-162943.jpgArchitektur Sommer ….im Meerschweinchenkäfig.
Haribo, unser Baumeister konstruiert elegante Heubögen die eine sensationelle Lichtdurchflutung ebenso zulassen wie Fluchtwege in beide Richtungen hin….sollen wir auch mal ne Vernissage machen…..? Gibt aber nur Kaffee 😉

Ich freue mich über Feedback. Um einen Kommentar zu schreiben, muss man nicht registriert sein.

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Ein Kommentar zu “Horizonterweiterung

  1. Eine köstliche Geschichte: Ich wussste gar nicht, dass der Architektursommer so unterhaltsan sein kann. Wie gerne wäre ich dabei gewesesn!

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