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0815 geht gar nicht….oder einfache Lösungen für alle sind mir suspekt

Wer sagt, was krank ist?

Ein Kommentar

Elterninitiativen sind eine gute Sache.
Hier können sich Eltern gegenseitig unterstützen. Meist geht es um den Umgang mit Kita, Schule und Behörden.
Wie komme ich an einen Schulbegleiter?
Welche Ärztin/Arzt ist empfehlenswert?
Hilft eine Diagnose weiter?
Welche Therapien?

Einige sehr engagierte Menschen kümmern sich um Kontakt zur Politik, Schulbehörde, Presse , Öffentlichkeit.
Da muss man am Ball bleiben und es steckt sehr viel Arbeit drin.

Dennoch habe ich immer ein unterschwellig mulmiges Gefühl, wenn ich dort bin.

Was machen Eltern alles, um aus ihren Kindern gesellschaftstaugliche Menschen zu formen?
Immer wieder geht es um die Defizite unserer Kinder, immer wieder wird von Krankheit geredet -das alles ist so wenig hinterfragt. Im Unterschied zu Selbsthilfegruppen von betroffenen Erwachsenen, die oft auch Kids mit ADHS oder Autismus Spektrum Störung (ASS) haben, haben neurotypische Eltern vielleicht eher den Wunsch, ihr Kind möge „normal“ sein oder werden.

Für wen also sollen unsere Kids funktionieren?
Haben sie kein Recht auf ihre Eigenheiten?
Ich mag es nicht, wenn man bei ADHS und ASS per se von Krankheit spricht.

Auch ich wünsche mir für meine Tochter eine gute Zukunft.
Darunter stelle ich mir in erster Linie vor, dass sie zufrieden mit ihrem Leben sein kann, sich selbst akzeptiert und lernt, ihre Potenziale zu erkennen und zu nutzen sowie mit ihrer Disposition umgehen kann.
Und dass ihr die Gesellschaft die Teilhabe nicht verwehrt.

Ob sie sich später eine Wohnlandschaft oder nur ein kleines Sofa kaufen kann, ist eher zweitrangig.

Oft genug bin ich dennoch zerrissen zwischen fördern und in Ruhe lassen.
Dann schaue ich auch mal auf die Seite der Enthinderungsselbsthilfe von Autisten für Autisten.

Die Elterninitiative hat hier zweifellos viel bewegt, aber wohl fühlen kann ich mich eher in der SHG.

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Ein Kommentar zu “Wer sagt, was krank ist?

  1. Ja, so geht es wohl allen. Ich halte mich weitgehendst an der Devise, da sein, wenn du spürst, dass es das Kind noch nicht alleine schafft, loslassen, wenn es das schafft und den Dialog aufrecht erhalten. Solange noch Vertrauen ist das was du tust vorhanden ist, kann es so falsch noch nicht sein. Ob es wirklich richtig oder falsch ist, kann man erst im nachhinein sehen. Schlimm ist, dass der Entwicklungszyklus bei ASS verlangsamt bzw. beschleunigt ist und die starren Regeln hier keine Ausnahme dulden. Bei ADHS das ich nur von der Entfernung aus kenne, hatte ich das Gefühl, dass diese Kinder andere überfordern, weil sie ein anderes Kontaktbedürfnis haben. Hier ist die Toleranz der Gruppe wichtig, ob sie das noch akzeptieren können oder nicht. Ich bekam über meinen Sohnemann manchmal nur mit, dass der ASSler nicht akzeptiert wurde, weil er nicht mithalten konnte und eine starke Mutterbeziehung hatte. Da ist es schwer so etwas zu beurteilen. Im Teenageralter zählt drin oder draussen, mehr nicht.
    In der Schule ist es genauso, nur wer den Rahmen ertragen kann, ist geduldet, so wie beim ASS auch. Keine Kompromisse, nur Repressalien, selbst aufgeschlossene Lehrer müssen wegen der Sachzwänge(Lehrplan/Zeitplan) kapitulieren.

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