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0815 geht gar nicht….oder einfache Lösungen für alle sind mir suspekt

EU fördert subversives Familienleben

3 Kommentare

Die EU hat mir gestern einen netten Familienabend beschert.
Darüber könnte ich mich freuen, denn immerhin haben Mütter von pubertierenden Mädels nicht allzu oft die Freude einer gelungenen gemeinsamen Freizeitgestaltung – mangels Gestaltungswillen des Teenies oder mangels Freude bei der Durchführung.

Ganz risikolos war es dann auch nicht aber wir haben es beide unbeschadet überstanden.

Angefangen hat alles damit, dass unbedingt, noch an diesem Tag der sidecut eine Nachrasur brauchte und endlich die Locken wieder mit granat-roten Strähnen aufgepeppt werden sollten.

Wir hatten diese Haarfärbe-Diskussion schon öfter. Habe ich früher dauernd gemacht….immer wenn ich eigentlich mein Leben TOTAL ändern wollte….das aber so schnell nicht ging. Rot, dunkel, wieder hell, Henna……zum Glück hatte ich Schwestern und Freundinnen und meine Eltern haben immer nur das Ergebnis präsentiert bekommen und irgendwann die verfärbten Handtücher, die wir nur nachlässig entsorgt hatten, gefunden. Eine Sauerei war das schon früher…aber bei kurzen Haaren ging das noch.

Nun hat meine Süße aber weder Schwestern noch viele Freundinnen und außerdem lange Haare.
Wir hatten uns nach einem ziemlich chaotischen Färbe-Sonntag-Nachmittag , der in einer Putzparty endete ( schon mal schwarze Haarfarbe auf Holzdielen, Türklinken, Wasserhähnen, T-Shirts….gehabt?) darauf geeinigt, dass diese Schweinerei in Zukunft von Profis erledigt werden sollte.
Dafür wird dann Taschengeld mit Zuschuss investiert.
Außerdem können die das besser und versauen die Haare und die Umgebung nicht so.

Also hin zum Friseur. Ich bin natürlich mit gegangen, weil ich ja wusste, dass eine 14jährige meine Einwilligung braucht -und zwar nicht telefonisch.
Erste Frage war dann auch gleich: wie alt ? 14 -nein bei unter 16jährigen dürfen wir nicht mehr färben. Auch nicht mit elterlicher Einwilligung.

Bitte???

Das Gesicht meines Sprösslings beschreibe ich lieber nicht. Noch über 1 Jahr und ein paar Tage soooo uncool rumlaufen? Die Laune null-komma-nix absolut im Keller.
Na ja, wenigstens den sidecut rasieren sie -diesbezüglich habe ich mich schon eindeutig disqualifiziert. Kind bleibt beim Friseur, Muttern latscht in die nächste Drogerie. Wäre doch gelacht. Darf man jetzt gar nichts mehr?

Während also die Haarpracht verschnörkelt und verziert wird ( hat was von Tapetenmuster, aber ganz trendy ), kaufe ich das obergiftige “ illegale“ Haarfärbezeugs, verwerfe meine Pläne für diesen Abend und stelle mich auf ein entsprechendes Happening in der Küche/Bad ein.

Kind kommt halbwegs besänftigt vom Friseur und lässt sich von meinem “ die-können-uns-mal-Aktionismus“ sofort anstecken.

Zu Hause dann noch die Bedingungen abstecken:

  • Keine Zappelei, während ich die Farbe auftrage
  • Hinterher Küche und Bad selber putzen, wenn nötig
  • Kein Gemecker, wenn es nichts wird!
  • In so einer Situation unterschreibt ein Teenie alles.

    Es werden einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen : Gummihandschuhe, alte T-Shirts, Lappen hin legen….usw.

    Dann mit relativ wenig Stress alles hinter sich bringen. Die Farbe tropft nicht so wie letztes Mal und die Sauerei hält sich in Grenzen.

    Mein Spross, dem wohl bewusst ist, dass er sich noch 1 Jahr mit mir in dieser Hinsicht arrangieren muss, hält alle Punkte ein.

    Irgendwann sind dann die Haare gewaschen und getrocknet -und alles ist gut, wenn auch nicht perfekt. Und das liegt nur an der blöden EU, weil die so eine “ Verordnung gegen das Haarefärben unter 16 “ gemacht hat.
    Für ganz genaue : hier

    Das Wichtige zu erst.

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    3 Kommentare zu “EU fördert subversives Familienleben

    1. Ich finde diese Verordnung ist widererwarten gar nicht so falsch, sondern widersinnig. Widersinnig ist, dass es wohl kein Haarfärbemittel gibt, die keine allergie und hautkrebsfördernde Eigenschaften haben. Insoweit gebe ich der EU eine Teilschuld, weil sie kann ja nichts dafür, dass solche Farben nicht hergestellt werden. Wohl aber dafür, dass sie die Hersteller nicht zwingt das tu tun. Trendy-Mode auf Kosten der Gesundheit unserer Kinder? Dafür kann ich offen gesagt nicht sein, auch wenn dabei mein Herz stark blutet. Einem Teenie daaas erklären zu müssen, im Ernst?
      Ich fühle mit dir, doch fühle ich mich dabei auch richtig mies.
      Vielen Dank für dieses gelungene Beispiel für widersinnige Verbote an der falschen Stelle, nämlich mal wieder da, wo es kein Geld kostet, anstatt da, wo es niemanden schadet, weil sich kein grauer Markt entwickeln kann. Es ist dasselbe wie mit den Drogen. Anstatt da anzusetzen, wo die Produktion ist, wo sie also hergestellt werden, macht man Jagd auf die Opfer (Kleindealer, Süchtige). Die sogenannten Erfolge entpuppen sich beim geanueren Hinsehen immer als Vorzeige.Objekte.

      • Ich denke, es geht gar nicht so sehr um die Gesundheit der Teenies und Kinder, sondern eher um HAFTUNGSFRAGEN und darum, dass wenn man schon nicht die wichtigen Fragen unserer Zeit in den Griff bekommt, man dann wenigstens hier und da irgend etwas vorzeigen will, was man so treibt.

        • Ja, absolut, es geht darum die Verantwortung für die giftigen Produkte durch diese Verbote auf die Eltern abzuwälzen und sie dann mit ihren Kindern allein zu lassen, anstatt sie mit gesunden Produkten zu unterstützen. Also den Nagel auf den Punkt getroffen!

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