leidenschaftlichwidersynnig

0815 geht gar nicht….oder einfache Lösungen für alle sind mir suspekt

Väter!

3 Kommentare

ADHS hat viele Facetten.

Wir haben zu bieten:

  • ohne äußerliche Hyperaktivität,
  • mit
  • sowohl als auch

Impulsivität gibt es jeweils gratis dazu.

Das allein ist schon eine Herausforderung im Alltag.
Kommt dann noch Pubertät ins Spiel, wird es richtig spannend.
Und natürlich die unterschiedlichen Charaktere:

  • forsch und risikofreudig
  • sehr sicherheitsbewußt
  • ängstlich

Um mal konkret zu werden:

Mutter erlaubt Teenie, bis 22 Uhr beim befreundeten, jungen Nachbarn Pizza-Service zu genießen, der gerade mit einem Kumpel seine Küche einbaut. Während sie selber zum ADHS-Stammtisch geht. ( Variante risikofreudig. )

Teenie freut sich und lässt Lieblingssendung sausen ( Variante sicherheitsbewußt : es ist erlaubt)

Vater, der Nachts arbeiten muss, hat noch nicht realisiert, dass seine Prinzessin nicht mehr drei Jahre alt ist, zitiert sie am Telefon nach Hause ( Variante ängstlich ).

Teenie findet das unmöglich und es kommt zur Auseinandersetzung
Vater rastet aus, Teenie auch. Irgend wer knallt den Hörer auf. Funkstille.
Auf 180, beide.

Mutter anrufen. Empörung. Mutter genervt über Vater.
Fehlt nur noch, dass der auch anruft.

Mutter wiederholt ihre Erlaubnis und hofft, dass der Abend ruhig bleibt.
Sie kennt ihr Kind, aber auch den Vater, der sich jetzt in dieses Thema rein steigern wird und in erster Linie auf sie sauer sein wird.

Später die Verkündung des Teenies, erst mal für unendlich lange Zeit auf den Vater verzichten zu wollen.
Erinnerung an die eigene Jugend: war da nicht so ein tobendes männliches Etwas, dem man es nie Recht machen konnte und der einem die Lieblingsplakate politischer Couleur von der Wand fetzte? Dem die Freunde nicht passten und der sowie nichts gepeilt hat?
Wobei mein Teenie hier den Vorteil hat, mit Vater nicht unter einem Dach zu leben.
Eine Chance, sich nicht immer wieder gegenseitig hoch zu schaukeln.

Die Kontrollanrufe des Papas einfach nicht ab genommen.
Kluges Kind. Hätte von mir kommen können ( wenigstens meine Sturheit hat sie ).

2 Tage muss man jetzt erst mal abwarten.
Mir steht wohl leider wieder mal ’ne Grundsatzdebatte bevor.
Bei der ich dann aufpassen muss: ich schieße dabei am schnellsten und am weitesten übers Ziel hinaus. Kann ja jetzt schon mal ein paar Achtsamkeitsübungen machen…

Wie kann man einem Menschen, der selbst sehr ängstlich und misstrauisch ist klar machen,
dass die Alternative zum Besuch bei den jungen , immerhin bekannten Nachbarn, möglicherweise der Zug durch die Gemeinden mit den Eltern völlig fremden Menschen wäre?
Dass Jugendliche Risiken brauchen, die lange Leine, Sparring für‘ s Leben?
Noch dazu, wenn der Mensch aus einem Kulturkreis kommt, in dem die Kids das zwar auch alles machen, aber immer hinter dem Rücken der Erwachsenen?

Wir haben so ein braves Kind…. das hat sie garantiert nicht von mir.

Weshalb mein Herz lacht, wenn sie mal los zieht…..während das des Papa‘ s zusammen zuckt vor Schreck.
Wie soll man denn da an einem Strang als Eltern ziehen?

Die Zeichen stehen auf Weiberbündnis.
Schade, dass das nötig ist.

Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen.
Und Marx ergänzte: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.

Die kleinen vermutlich auch 😉

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3 Kommentare zu “Väter!

  1. Ja, so ist es, es ist einfach Fingerspitzengefühl. In so einem Fall hat immer der Recht, der die Lage besser eingeschätzt hat. Ich verstehe nur nicht, dass hier nicht die Einigung zwischen den Eltern zuerst gesucht wurde, sondern der Zwist mit dem Kinde ausgetragen wurde. Vorhergehende Einigung der Eltern sollte das Ziel in der Erziehung des Kindes sein.

    • Weil getrennte Eltern nicht mehr so oft und so viel reden….selbst wenn sie gute Freunde geblieben sind. Und hier war spontan-Bewilligung angesagt. Das ist durchaus üblich und eigentlich gilt: das Wort des anderen Elternteils wird nicht unterlaufen, auch wenn man es selbst unmöglich findet.
      Das war auch der Teil, der mich geärgert hat.

      Im Nachhinein hat sich raus gestellt, dass Vater sehr im Stress.

      Alles ist wieder gut 😊

      • Theorie und Praxis, ja. Wichtig ist dabei, dass du dein Bestes gibst. Der Rest ist unwichtig. Aber ein gutes Beispiel. Die Situation gibts tausendmal.

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