leidenschaftlichwidersynnig

0815 geht gar nicht….oder einfache Lösungen für alle sind mir suspekt

Kollektive Arbeitssucht ?

4 Kommentare

Wer Arbeit hat, rackert sich dumm und dämlich.
Wer keine hat, fühlt sich meist schlecht, wertlos … irgendwie.
Ohne Moos nix los. Klar.

Aber was soll eigentlich los sein?

Was und wieviel wollen wir dafür tun?
Macht uns unsere Arbeit glücklich?
Wofür ruinieren wir unsere Gesundheit?
Haben wir schon immer so viel gearbeitet?
Welchen Stellenwert hat Arbeit in unserem Leben?
Muss das so sein?
Ist Arbeit unsere Religion?
Kann das immer so weiter gehen?

Dieser durchaus unterhaltsame Film stellt Fragen, die wir allzu oft nicht mehr fragen:

Die essayistisch-satirische Doku-Fiktion FROHES SCHAFFEN zeigt: Der moderne aufgeklärte Mensch ist nicht frei von Irrglauben und geistigem Zwang. Er hat längst einen anderen Gott erwählt – Die Arbeit.

Arbeit ist Sicherheit, Selbstbestätigung, Existenzberechtigung. Sie ist eine Sucht, ein Fetisch, ein Mantra, das uns tagtäglich umgibt. In Zeiten von Wirtschaftskrise und rasantem Arbeitsplatzabbau hinterfragt FROHES SCHAFFEN diesen „heiligen“ Lebenssinn der Arbeit.
Regisseur Konstantin Faigle begibt sich auf eine Reise zu den Wurzeln unseres Arbeitsbegriffs. Er besucht die Stätten des Arbeitsglaubens und dessen Niedergangs. Er fährt ins Ruhrgebiet zu den letzen „heiligen“ Bergarbeitern und zum geschlossenen Nokia-Werk.
Er begutachtet in Hamburg ein virtuelles Übungskaufhaus, eine Aktivierungsmaßnahme für Langzeitarbeitslose …..

( Clip von mir eingefügt, diesen Irrsinn kannte ich noch nicht):

…. Und in den USA besucht er unter anderem einen kalifornischen Ein-Mann-Fernsehsender, der seine Beiträge komplett via Internet auf den Philippinen schneiden lässt.
Zu Wort kommen zahlreiche Experten wie der amerikanische Sozialhistoriker Prof. Benjamin Hunnicutt, der US-Ökonomen Jeremy Rifkin, der Philosoph und Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon, Soziologin und Buchautorin Marianne Gronemeyer sowie Tom Hodgkinson, britischer Experte für Muße, Genuss und Gelassenheit. Quelle

Wenn ihr nicht gerade arbeitet….schaut euch den Film an.
Es lohnt sich!

Ich freue mich über Feedback. Um einen Kommentar zu schreiben, muss man nicht registriert sein.

Advertisements

4 Kommentare zu “Kollektive Arbeitssucht ?

  1. Sehr gute Thema! Darüber könnte ich auch sehr viel sagen… Da hat mich mein ADS eben so viel vermiesen am Arbeit, dass ich mich einige Gedanken gemacht habe…

    Arbeiten und dadurch krank zu werden mache ich sicher nicht mehr mit! Arbeit mit Spass, ja!!! Mein Tag mit etwas sinnvoll zu verbringen, finde ich schön. Aber in eine gute Stimmung mit nette Leute… Lohn: Unwichtig… In der Schweiz lässt man ehe niemand verhungern.

    Auch hier in der Schweiz ist Arbeit heilig… Hier gilt noch die 40-Stunde-Woche und die Arbeitslosenquote ist im vergleich zu Nachbarländer bescheiden…

    Hier werden auch Arbeitslosen im Programm gedrängt… Mich hatte Spass gemacht, weil dort weniger Leistungsdruck war und doch einigen sinnvolle Tätigkeit gibt. Hier auch gibt es Scheinfirmen, aber so was finde ich daneben… Ich finde sinnlos nur zu machen ob es so ist, ich tue lieber wirklich richtig arbeiten, als nur „ladenspielen“ wie Kindern… Der Druck hatte ich immer wieder gespürt, aber lasse mich immer weniger davon beeindrucken… Im Moment, lässt man mich ehe im Ruhe, da bin ich wegen ausgeprägte ADS ehe schwer vermittelbar…

    Wer kein Job hast, ist wertlos… Ne, davon konnte ich mich auch abschieden… Es war auch schmerzhaft und ging auch eine Weile… Ich bin doch mehr als eine Maschine, oder? Bin ich wert nur wenn ich leiste, aber ich leiste ehe nicht viel… Oder bin ich mehr als nur was ich leiste? Habe ich nicht noch einiges anders zu bitten als meine Leistungen, meine Fähigkeiten, meine Erfahrung? Noch alles was ich einfach bin, einfach so, als mensch, weil ich auf diese Erde lebe… Oder bin ich einfach schon nur wert weil ich einfach lebe? Muss ich mein Lebenrecht mich erkaufen, oder habe ich es einfach, als Geburtsrecht? Egal was ich leiste und egal was ich gebe?

    Auch hier, eine der erste Fragen im Smalltalk ist „Was machst du beruflich ?“ Wie ich so was hasse! Ich habe zwar im Moment 3 Jobs, was spannend ist, aber identifiziere mich gar nicht mehr damit, auch wenn ich dort spass habe… Ich bin mehr als meine Jobs… Meine erlernte Beruf hatte ich ehe verlassen, also, bitte mich nicht nach mein Beruf fragen, es macht für mich kein Sinn mehr!

    Noch zur Arbeit etwas spannend was jetzt in der Schweiz los ist, es gibt wirklich zu denken: http://www.bedingungslos.ch/index.php?id=73&L=0

    Sonst noch eine gute Seite, wenn es um Umgang geht mit Armutbetroffenen, Menschen ohne Arbeit… Im Land die Banken..http://www.haelfte.ch/index.php

    Aber, obwohl ich zu diese Gruppe gehöre, lasse ich mich wieder nicht so beeindrucken… Meine Wert, meine Würde hat nichts mit mein Einkommen zu tun oder mein Platz in der Gesellschaft… Ich habe mal gelesen dass die wertvorstellungen im Mittelalter, der auch stark religiös war, ganz anders als heute: Armen hatten mehr achtung bekommen, waren mehr geschätzte als Reichen… Es gaben eben andere werten damals, ehe die Bescheidenheit, als die Leistung… Heute sind Armen Looser und Reichen Leistungsfähigen und Erfolgreichen. So was behalte ich noch gerne im Hinterkopf, tut mein Selbstwertgefühl auch gut.

    Auf meine Blog hatte ich mich damit schon befasst: https://papillonindigo.wordpress.com/tag/armut/

  2. Herrlich, der TÜV-Nord-Film! 🙂

    Ich habe mich schon manchmal gefragt, inwiefern diese Auffassung vom „Fetisch Arbeit“ spezifisch deutsch ist. Arrogant belächeln wir, dass in den Mittelmeer-Ländern von 12 – 17 h pausiert, und dann in den Abend hinein gearbeitet wird. Die schieben die Arbeit vor sich her, machen’s sich gemütlich. Dass das mit den örtlichen Temperaturen zusammenhängt und sauklug ist, realisieren wir auch dann nicht, wenn wir mittags um 1 h den Strand von El Arenal verlassen, weil Mutti im Appartment-Studio das warme Mittagessen fertig hat…

    • Das kann ich nicht beurteilen, dafür bin ich noch nicht genug in der Welt herum gekommen. Es scheint mir aber auch so – was ich daran sehe, wie mein relativ großer Bekanntenkreis mit Migrationshintergrund mit Arbeit umgeht. Niemals wollen meine Freunde und Bekannten so dermaßen Arbeit an die erste Stelle stellen. Sicherheit bedeutet bei ihnen weniger materielle, sondern emotionale Sicherheit. Und diese vermittelt die Familie, Freunde…. Über unseren Versicherungswahn schütteln sie nur den Kopf. Klar, im Berufsleben müssen sie sich -nach außen hin – anpassen, bleiben aber innerlich distanziert.
      Aber es ist wohl schon auch das Problem aller hochentwickelten Länder, oder was wir dafür halten….nur Deutsche sind wieder einmal gründlicher.

schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s