leidenschaftlichwidersynnig

0815 geht gar nicht….oder einfache Lösungen für alle sind mir suspekt

Dahingedacht….

5 Kommentare

In Zeiten der Gentechnik und rasanten Entwicklung neurophysiologischer Erkenntnisse erklären wir uns die Welt zunehmend biologistisch.
Da wird Intelligenz vererbt, Musikalität, Kreativität, Sportlichkeit, Sprachbegabung, kriminelle Energie und was weiß ich noch alles.

Vielleicht ist da etwas dran.
Eine bestimmte Art, die Welt wahrzunehmen, kann vererbbar sein.
Diese Wahrnehmung fördert oder verhindert dann auch möglicherweise die Beherrschung bestimmter Kulturtechniken. Quasi eine Disposition für bestimmte Stärken und Schwächen.

Aber das kann nicht alles sein.

Ich trau mich ja schon kaum noch, das gute alte Wort ‚ Sozialisation ‚ auszusprechen.

Musiker-Kinder wachsen in der Welt der Musik auf, Schauspieler-Kinder machen die Bühne zum Spielplatz, Handwerker-Kinder blicken stolz auf ihr erstes Werkstück bevor sie lesen können, Menschen aus Kulturen, in denen Rhythmus, Gesang und Bewegung nicht nur Feierlichkeiten vorbehalten sind blicken erstaunt auf das steife Treiben in hiesigen Discos.

Alles genetisch bedingt?
Wenn das so ist, dann hat meine Familie ein Weltverbesserer-Gen.
Was auch immer wir beruflich machen, unsere Sicht auf die Welt geht über individuelle Interessen hinaus und soziales oder politisches Engagement ist uns so etwas wie ein Grundbedürfnis.
Eine familiäre Häufung engagierterMenschen kommt übrigens nicht selten vor.

Gibt es ein Einmischer-Gen?
Eines, das Menschen Ungerechtigkeiten nicht akzeptieren lässt?
Das gegenüber dem Scheiß-Egal-Gen dominant ist?

Wäre es so, könnte es erklären, warum sich so wenige Menschen gegen soziale Schieflagen stemmen – ein seltenes Gen halt.
Das würde aber auch bedeuten, dass bestehende Machtverhältnisse nicht veränderbar sind, zumindest nicht ohne Genmutation größeren Ausmaßes.

Gentechnik ist für mich keine gute Lösung ….und so hoffe ich einfach, dass Erziehung und Umfeld doch mehr Einfluss auf das menschliche Können und Handeln haben, als uns gewisse Wissenschaftler/Medien glauben machen wollen.

Wenn nicht, bin ich in einer verdammten Zwickmühle: von meinen Genen dazu verdammt, Unmögliches anzustreben.
Was für ein doofer Gedanke.

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5 Kommentare zu “Dahingedacht….

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Das_egoistische_Gen Und vieleicht trifft ja auch Richard Dawkins Idee der „Meme“ das, was du hier, ängstlich zwar, vermutest,, die biologische Vererbbarkeit von Ideenkonstrukten, Haltungen, Meinungen.

    Gruß

    Achim

  2. 😆

    Die Gene sind doch nur die Grundlage. 💡

    Der Rest kommt eben durch die Sozialisation. 😉

    Bestehende Machtverhältnisse sind also nicht durch großflächige Genmutationen zu ändern. Sondern ausschließlich dadurch, dass wir alle unseren Teil an der Sozialisätion beitragen. 😉

    Aber das tust Du ja. Und das kann jeder, wenn er denn nur will. Und nicht die „Blöd“ liest. 🙄 Sondern tatsächlich seinen Horizont erweitert. 😉

  3. Gene sind bequem, auf die kann man alles schieben. Vor Jahren hat Ephraim Kishon mal eine Geschichte geschrieben, wo seine Tochter das auf ihre (seine) Gene zurückgeführt hat, dass sie immer die Kühlschranktür auflässt.
    Aber nicht alles, was im weitesten Sinne vererbt wird innerhalb der Familien, hängt an/in den Genen. Wenn du den Film und die Doku über den „Wagner-Clan“ gesehen hast: die Haltung, über dem „Normalvolk“ zu stehen, hat sich innerhalb des Wagner-Clans „vererbt“, und zwar nicht-genetisch, denn Cosima und Winifred waren ja nun absolut nicht miteinander verwandt.

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