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0815 geht gar nicht….oder einfache Lösungen für alle sind mir suspekt

Her mit dem Stigma!

4 Kommentare

„Situationsanalyse und sozialpädagogische Diagnose ergeben ein klares Bild, das Frau X die Jugendliche Y bisher hervorragend unterstützt hat. Es ist nun an der Zeit, Y , die sich im Abnabelungsprozess von der Familie befindet, externe Unterstützung anzubieten, damit gleichzeitig Frau X zu entlasten und ihr wieder Freiraum für die eigene Weiterentwicklung zu schaffen. Die Unterstützung der Y erfolgt im Hinblick auf die von ihr zu erbringenden besonderen Leistungen beim Übergang in das Erwachsenen-Leben. Es besteht ein Anspruch auf Unterstützung gemäß §§ …….“

Ja!
Nach jahrelangem, kräftezehrendem Begleiten eines Kindes mit speziellem Betreuungsbedarf im familiären Miteinander,  bei der Erlangung von Alltagsfertigkeiten, Schule, Freizeit und gleichzeitiger Stärkung besonderer Fähigkeiten und Begabungen wären diese Worte Ausdruck der Anerkennung und Wertschätzung elterlicher ( hier alleinerziehender, berufstätiger ) Höchstleistung und gleichzeitig ein Signal an den jungen Menschen, dass es sich lohnt, ihm, der seinen Weg in die ‚Normalo-Welt‘ so mühsam finden muss, individuelle Orientierungshilfe anzubieten. image

Wären?
Unser Jugendamt ist wirklich o.k. Verständige und engagierte Mitarbeiter. Schnelle Bearbeitung. Eine für alle akzeptable und vorwärts weisende Maßnahme.

Aber….
Um den Anspruch auf Unterstützung zu begründen, müssen die Voraussetzungen des Gesetzes erfüllt sein. Und dieses spricht von hilfebegründenden Defiziten. Bei den Eltern und Kindern. Worte wie Überforderung, Probleme usw. im amtlichen Bescheid brennen wie Feuer. Da kühlt auch der Gedanke, dass die beteiligten Sozialpädagogen das gar nicht so sehen, sondern eher Respekt vor dem, was wir geschafft haben, ausdrücken und eifrig dabei sind, sich auf unseren Kenntnisstand bzgl. Synästhesie, Hochsensibilität & Co zu bringen, nicht wirklich.

Schwarz auf weiß.
‚Ihr kriegt es nicht hin‘.
Der Preis, den Familien wie wir immer wieder zahlen müssen.

Da wundert es nicht, dass viele Familien den Gang zum Jugendamt scheuen.

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4 Kommentare zu “Her mit dem Stigma!

  1. *Unterschreib*

    Liest Dein Teenie diese Bescheide?? Muss sie mit zu den Besprechungen??

    Ich versuche es zu vermeiden!

    Es zieht einfach nur runter!!!

    Aber ab 18 wird erwartet, dass der junge Erwachsene sich mit sich selber auseinandersetzt und seine Defizite auch noch selber benennen kann!!! Und vorher kommt das Totschlagargument, der Jugendliche / das Kind muss mit entscheiden und die /der Sachbearbeiter/in muss sich ein eigenes Bild machen.

    Das Abrutschen in die Depression ist vorprogrammiert.

    So sinnvoll die Hilfe, so zweispältig der Weg dahin und so schmerzhaft die Worte schwarz auf weiß!!

    Bekommt Ihr Erziehungsberatungsbeistand?? Wir hoffentlich bald!

    • Klar. Teenie ist gut aufgestellt und eher eine junge Erwachsene. Da geht nichts ohne sie. Aber das Geschreibsel interessiert sie weniger….im HPG war alles easy und wertschätzend.

      • Da hast Du Glück. Wir haben gerade beim Großen den Schulplatz verloren. Neues psychiatrisches Gutachten wird notwendig, um von der Schulpflicht befreien zu lassen und dann Online-Schule. Zeitgleich A-Amt. Und der Große ist sowieso in einer depressiven Phase und voll enttäuscht! Seit 10 Tagen Dauerchaos!

        Die Enttäuschungen sind so groß, dass er keine Chancen erkennen kann, sondern sich nur abgelehnt fühlt. Ich hoffe, dass das Verfahren nicht wieder Monate dauert. Denn das würde ihn nur bestätigen in seiner Meinung. Leider mache ich diesen Behördenkampf auf dieser Ebene zum ersten Mal. Und Wissen darüber, wie es in unserem Bundesland genau läuft, ist leider massive Mangelware.

        Auch unser JA ist sehr gut und hilft. Nur das Wissen dort, dass es bei uns eben nicht nach irgendeiner Regel läuft, müssen wir uns noch sehr hart erkämpfen. So einen Fall, den hatten sie leider noch nicht. Jedenfalls nicht wissentlich.

      • Oh jeh… da wünsche ich dir/ euch viel Kraft!
        Ja, diese Abgründe kennen wir leider auch.

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