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0815 geht gar nicht….oder einfache Lösungen für alle sind mir suspekt

(Un)geplant ?

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Leben ist das was passiert, während du eifrig dabei ist, andere Pläne zu machen.
( John Lennon )

In den letzten Jahren gab es vieler Orts Diskussionen und Veränderungen über unser Bildungssystem.
Die Einführung des Bachelor/Master-Systems an den Unis.
PISA und Co.
Inklusion.
Zentralabitur.
Vergleichstests in der Sekundarstufe.
G8 statt G9.
Gesamt-und Stadtteilschulen bieten Abitur nach der 13. Klasse.
Verstärkte Integration von Förder- Haupt-und Realschule in die Gesamtschule/ Stadtteilschule ( ja, die Gymnasien bleiben weitgehend inklusionsfrei).
Kinder werden verstärkt mit 5 Jahren eingeschult und schon mit 4 Jahren in die Vorschule gesteckt.
In der Kita findet mehr vorschulisches Lernen in Kursen statt. Dafür ist die Spielzeit ist halt etwas knapper.

Ein Bürgerentscheid über die ‚Schule für Alle‘ fand keine Mehrheit in meiner Stadt.
Selbst die kleine Reform in Richtung gemeinsames Lernen von Klasse 1-6
( Primarschulen) wurde hier auf’s heftigste attackiert und scheiterte.

Die Hüter der konventionellen gymnasialen Ausbildung und sozialer Selektion behielten die Oberhand.

Und dann so etwas: da behauptet das CHE Centrum für Hochschulentwicklung in einem Artikel, dass Hochschulentwicklung zum Normalfall würde. Und zwar nicht nur für Absolventen des traditionellen Gymnasiums.

Zwischen 19 und 24 Jahre alt, kinderlos, aus Deutschland kommend und in einem Präsenzstudium in Vollzeit: Diesen »klassischen« Studierendentypus gibt es noch immer, aber er stellt nicht mehr die Mehrheit dar.
Die Bildungsbiografien werden bunter, die Vielfalt an den Hochschulen wird zum Normalfall. Es wird typisch, dass an einer Hochschule mehrheitlich (vermeintlich) atypische Studierende studieren.
Aktuell hat nahezu jeder vierte Studierende einen Migrationshintergrund, jeder zehnte kommt aus dem Ausland. Mehr als 20 Prozent derjenigen, die ein Studium beginnen, weisen bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vor.

Selbst ein Studium ohne Abitur ist mit der entsprechenden Berufs- erfahrung für eine noch geringe, aber stetig wachsende Studierendenzahl am Campus bereits Realität geworden.

Sei es der Handwerksmeister, der Austauschstudent oder die berufsbegleitend studierende Managerin – sie alle eint ihr Interesse an akademischer (Weiter-)Bildung.
Doch ihr jeweiliger Bildungshintergrund und ihre Vorkenntnisse sind so unterschiedlich wie noch nie. Auch das Zeitbudget, das in Hochschulbildung investiert werden kann, ist höchst unterschiedlich.

Der Bedarf nach Angeboten, die individuelle Stundenpläne zulassen, etwa im Rahmen eines Teilzeitstudiums, steigt: Die Bedürfnisse individualisieren sich. Dabei entsteht kein neuer dominierender Studierendentypus, sondern es bilden sich heterogene, einander teilweise überschneidende Gruppen mit ganz unterschiedlichen Bildungsbiografien und Bedürfnissen.Quelle

Mich wundert das ganz und gar nicht.
Meine eigene Biografie erlaubt mir Einblicke in die feinsäuberlich getrennten Welten der Dummen und der Schlauen.
Nur – wo traf ich wen?
Das Studium, welches ich absolvierte gilt allgemein als schwer. Und die Schule, die mich dafür vorbereitete als leicht.
Der Grad der versammelten kriminelle Energie in beiden Institutionen nimmt sich vermutlich nichts. Das höhere Ausmaß des Schadens für unsere Gesellschaft verorte ich allerdings bei denen, die in Kriminalitätsstatistiken kein großes Gewicht haben.
Hat doch der olle B. Brecht schon gesagt: was ist schon der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?

Übrigens: in der Stadt der Angst vor Schmuddelkindern auf der Schulbank neben dem eigenen herzallerliebsten Nachwuchs soll nun darüber abgestimmt werden, dass wieder G9 eingeführt wird auf den Gymnasien.

Denkste, Puppe.
Meine Stimme gibt es dafür nicht.
Erst mit irrem Leistungsdruck allen Kids die Grundschulzeit versauen ( von wegen “ Empfehlung fürs Gymmi ‚) , dann rum tönen, dass die Kids ja alle schon sooooo weit sind heutzutage, das eigene ganz besonders natürlich.
Die internationale berufliche Wettbewerbsfähigkeit halbgarer Erwachsener in spe wichtiger als deren Kindheit finden.
Und jetzt jammern.
Nicht, dass mir die zum Büffeln verdonnerten Kinder nicht leid täten.
Die Eltern, die geplagt daneben sitzen allerdings nicht.
Es war bekannt, dass eine  Entrümpelung des Lehrplanes trotz Kürzung der Schulzeit nicht stattfinden würde. Der Preis, für seine Immatrikulation an der Uni die Zustimmung der Erziehungsberechtigten einholen zu müssen, ist hoch.

Dabei haben Eltern die Wahl schon jetzt: Wer G 9 will, kann sein Kind auf die Stadtteilschule/Gesamtschule schicken.

Womit wir wieder beim Thema sind.
Da geben sich X Leute große Mühe, dass unser Bildungs-Kasten -System nicht verändert wird.

Und dann wird ( Bildungs)Geschichte einfach gemacht.

Die Autoren des Artikels Dr. Jörg Dräger und Prof. Dr. Frank Ziegeler sind zwar politisch eher den Konservativen, der Wirtschaftslobby zugeneigt, haben aber dennoch zutreffend folgende Aufgaben der Hochschulen für die Zukunft ausgemacht:

Unterschiedliche Bildungsbiografien berücksichtigen
Hochschulen können nicht mehr von einheitlichen Zugangs- voraussetzungen aller Studierenden ausgehen. Zukünftig sollten sich die Hochschulen in ihrem Angebot flexibel und konsequent auf unterschiedliche Anforderungen und Vor- kenntnisse der Studierenden einstellen. Besonders in der Anfangsphase eines Studiums muss auf die unterschied- lichen Bildungsbiografien der Erstsemester verstärkt Rück- sicht genommen werden. Mögliche Optionen sind u. a. Vorbereitungskurse für Fächer wie Mathematik oder Start- hilfen zum wissenschaftlichen Arbeiten sowie Modelle unter- schiedlicher Einstiegsgeschwindigkeiten. Denkbar ist auch eine Begleitung des individuellen Lernpfades durch soge- nannte Kompetenzportfolios oder ein fächerübergreifender bzw. projektorientierter Einstieg ins Studium…..

…..Exzellenz ist nicht nur in der Forschung möglich und wichtig, sondern auch in den Bereichen Lehre, Regionalentwicklung, Wissenstransfer, Internationalität, soziale Verantwortung oder Weiterbildung. Je vielfältiger die Bedürfnisse der Studierenden sind, desto vielfältiger müssen auch die Angebote des Hochschulsystems werden. Kaum eine Hochschule – egal, ob staatlich oder privat – kann gleichermaßen exzellent sein in puncto Forschungsstärke, Kooperationen mit der regionalen Wirtschaft oder berufsbegleitende Weiterbildung. Hier sind in Zukunft ein stärkerer Fokus auf spezifische Studierendenbedürfnisse und Mut zur gezielten Umsetzung individueller Hochschulprofile gefragt.

Transparenz der Vielfalt sichern
Viele Hochschulen setzen zu viele Vorkenntnisse voraus, was Studieren bedeutet. Gerade Bildungsaufsteiger, die einen höheren Unterstützungsbedarf bei Fragen der Studienfinanzierung, -wahl und -organisation haben, können nicht auf tradiertes Familienwissen bezüglich des Hochschulsystems und seiner Spielregeln zurückgreifen. Die richtige Studienwahl oder ein Hochschulwechsel dürfen nicht an fehlenden Informationen scheitern. Die Hochschulen sollten dabei den unterschiedlichen Informationsbedürfnissen aller Studierenden durch Transparenz entgegenkommen, sei es im Bezug auf die Verfügbarkeit, die Merkmale oder auch die Qualität der Studienangebote. mehr

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