leidenschaftlichwidersynnig

0815 geht gar nicht….oder einfache Lösungen für alle sind mir suspekt


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Fette Fahrt

Ist es nicht immer so?
Dass alles auf einmal kommt.

Es müssen nicht nur Katastrophen sein, ein guter Mix mit positiven Highlights tut’s auch.
Einiges hat sogar 2 Seiten. Was gestern noch tragisch erschien, entpuppt sich schon schnell als glücklicher Zufall.
Da hat das Leben doch zur rechten Zeit noch einmal richtig zugetreten…..und damit eine Veränderung eingeleitet, deren Potenzial und Charme erst aus der neuen Situation heraus sichtbar wird.

Geschehnisse, denen nur mühsam positive Seiten abzugewinnen sind. Auch im Zeitalter der Hochleistungsmedizin wird nicht jeder 100 Jahre alt und wir erleben, dass ein Körper „nö“ sagt zu dem ganzen Schnick- Schnack, der mit lebensverlängernder Absicht angeboten wird.
Wir werden Zuschauer eines Kampfes, der nicht gut ausgehen kann……allenfalls die Anzahl der Runden können noch beeinflusst werden.
Eine Zumutung unserer Zeit…..oder doch ein Segen?
Wann ist der Zeitpunkt, um “ STOP “ zu sagen?

Beruflich öffnen sich auf einmal Türen,von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt.
Darf ich zugreifen, wenn sich um mich herum gerade alles unter Schmerzen neu sortiert? Positiv und gut gelaunt sein? Beflügelt und voller Ideen Zukunftspläne schmieden?

Wenn zur selben Zeit eine Freundschaft zerbricht, von der ich glaubte, sie sei von mehr als einem Sachthema getragen. Hat das Eine etwas mit dem Anderen zu tun?

Selbstverständlich gibt es noch den Ausfall diverser technischer Geräte in solchen Lebensabschnitten. Als wollten die Geräte stellvertretend streiken um mich daran zu erinnern, dass ich doch

E N T S C H L E U N I G E N ,

mir mein Lebenstempo nicht mehr von außen diktieren lassen wollte.

Fremde Helfer reihen sich nahtlos ein: mein Notebook war beim Doc. Der hat auch viel zu tun, ist er doch gerade Papi geworden. Und so hat er etwas schlampig meine Daten gesichert, bevor er das System platt gemacht hat. Alles futsch, was ich die letzten 3 Jahre fabriziert habe.

Was nun? Ausrasten, Qi Gong oder lieber Schocklage mit Beinen hoch?
Ausatmen und 1 Mal drüber schlafen hat gereicht.
Alles, was mir wirklich wichtig ist, habe ich auf einem 2. Rechner, wenn auch meist als pdf und damit nicht bearbeitbar. Viel ist das dennoch nicht.

Heute fühlt sich dieser “ cut “ gar nicht mehr schrecklich an. Eher befreiend.
Ob ich jemals etwas von dem alten Zeug wirklich brauchen werde, wird sich zeigen.

Ich habe meinem Namen heute alle Ehre gemacht und bin mit neuem Benutzerkonto wieder aufgetaucht 😉

In der Zeit des ganzen Schlamassels, der ja noch andauert, bin ich immer wieder auf eines meiner Lieblingslieder gestoßen.
Als Teenie beim Engtanz gern gehört.
In Zeiten, in denen ich mich missverstanden gefühlt habe, wieder und wieder …..
Wofür steht dieser geniale Song heute für mich?

Rocket Man.
Sir Elton John tut sich und seinen Fans die hohen Töne nicht mehr an. Ryan Adams übernimmt.
Klasse!

Das lässt mich innerlich noch besser zurücktreten vom ganzen Geschehen.
Abwettern, eben.

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Wir ham’s ja…

Kulturfest in einer Stadtteilschule.
Wahlpflicht – und Neigungskurse der Klassen 5-13 aus den Bereichen darstellendes Spiel, Musik, Tanz , Modesdesign und Kunst präsentieren ihre Jahresergebnisse.
Mit professioneller Unterstützung zweier Theater und gesponsert vom Senat als Schule mit kulturellem Schwerpunkt darf man durchaus gespannt sein.

Eintritt auch für Eltern 3 €.
Kultur kostet eben.
Von den jungen Künstlern keine Spur. Noch ist die Aula zu.
In der Pausenhalle haben die Kunstkurse ausgestellt.

Das Publikum: gewöhnlich.
Hier sieht man weder Business- Look noch Szene-Öko-Fummel.
Die besser gestellte Elternschaft fehlt – deren Kinder lernen eine zweite Fremdsprache, wenn sie denn überhaupt diese Schule besuchen.
Für Künste verbleibt da im Wahlpflicht-Stundenplan keine Zeit.

Viele dunkle Haare, manch‘ exotische Garderobe.
Die Gesichter müde vom langen Arbeitstag.
Geschwisterkinder, aufgeregt.

Bühne frei.
Der Saal ist voll.
Eine kurze Ansprache.
Und dann darf man staunen.
Nein, hier gibt es nicht „Romeo und Julia“ , sondern die Akteure zeigen kurze ausschnittartige Episoden der jeweiligen Produktionen.

Eine Choreographie mit Stuhl, Becher, Bewegung, Rhytmus.
Rap.
„Shelter“ – Kinder, die aus seiner Textilfabrik in einem Entwicklungsland vor ihren “ Eigentümern“ flüchten.
Eine Solo – Jonglage, die sich sehen lassen kann.
Die etwas andere Modeperformance.
Der coolste Reggae aller Zeiten…. wg. pubertärer Peinlichkeitsalluren eher als musikalisches Standbild geboten 😉
Literarisches Sinnieren über die Marktwirtschaft.
Modern Dance – „Jane Bond“.

Allem gemeinsam: sichtbares Engagement, viele Talente, viel Potenzial.

Etliche Familien kenne ich schon aus der Grundschulzeit.
Man trifft sich im Viertel. Weiß um manches Problem.
Für viele ihrer Kinder wird heute ein schöner Abend geboten.

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Erfolg. Sich gut fühlen. Etwas können.

Die Möglichkeit, ihr Licht angemessen zum Strahlen zu bringen, haben nur wenige.
Nach Klasse 9 oder 10 ist arbeiten angesagt, da braucht man so einen schnick-schnack nicht mehr.
Kultur- das ist DANN etwas für die Anderen.

Aber heute, heute dürfen unsere Kids stolz sein und wir auch.

Geleitet von den Musikkursen ließen Publikum und Künstler den Abend dann auch entsprechend krachend ausklingen:

Und da war kaum einer, dem das Mitsingen peinlich war.

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